Archiv der Kategorie: Artikel

Algorithmische Bildmuster- und Objekterkennung in der Landschaftsarchäologie

Preprint Armin Volkmann in Festschrift für Prof. Joachim Henning, Berlin 2026

In den letzten Jahren ist es durch die fortgeschrittene Algorithmik, die in Systeme der Künstlichen Intelligenz mündet, zu spürbaren Veränderungen in der Gesellschaft gekommen, die auch nicht an Wissenschaft und Archäologie, als Teil derselben, folgenlos vorbeigingen. Ziel des Artikels ist es, Perspektiven der Anwendung der algorithmischen Bildmustererkennung fallbeispielhaft für die Landschaftsarchäologie vorzustellen. Im Folgenden werden daher vergleichend verschiedene Forschungen aufgeführt, die besonders interessanten Ansätzen folgen. Weiterlesen →

Forschungsmethode GIS – mehr als nur ein Tool

In den archäologischen Wissenschaften und in den Digital Humanities allgemein haben GIS mitunter eine zentrale Rolle bei vielfältigen Forschungen. Gerade hinsichtlich des interdisziplinären Ansatzes der Digital Humanities eignet sich GIS vorzüglich, um Disziplinen übergreifend geographische und räumliche Aspekte von kulturellen, historischen und sozialen Phänomenen zu analysieren und zu visualisieren. GIS-Technologien und -Methoden ermöglichen in den Geisteswissenschaften neue Forschungsansätze für Untersuchungen zu komplexen räumlichen und zeitlichen Beziehungen Weiterlesen →

Open Data & GIS in den archäologischen Wissenschaften

Open Data ist inzwischen in vielen Forschungsbereichen Standard und in den internationalen FAIR (Findable, Accessible, Interoperable & Reusable)-Prinzipien als Leitlinien für die Beschreibung, Speicherung und Veröffentlichung von Wissenschaftsdaten zusammengefasst (https://go-fair.org/fair-principles/). In den archäologischen Wissenschaften werden jedoch noch immer Forschungsdaten meist nicht offen gelegt. Warum ist das so? Weiterlesen →

FAIRe Daten und digitale Infrastrukturen für die Archäologie: Handlungsräume gemeinsam gestalten, Potenziale identifizieren

Gemeinsame Tagung von DGUF & NFDI4Objects am 16.6.2022 an der Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend (IG-Farben-Haus)

Um Forschungsdaten und archäologische Archivalien auffindbar, verfügbar, verknüpfbar und wiedernutzbar zu machen, braucht es eine kollektive Vereinbarung von Standards, Regeln und Tools. Dazu kann es nur kommen, wenn alle Bedarfe angemeldet und in gemeinsamer Initiative geordnet werden. Die Tagung der DGUF (Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte) beleuchtet die einhergehenden aktuellen Herausforderungen und Chancen des digitalen Forschungsdatenmanagements und stellt den aktuellen Stand von NFDI4Objects (als Teil der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur) vor, um die vielfältigen Akteure in der Archäologie zusammenbringen. Dies sind Grabungsfirmen, die staatliche/landeshoheitliche Denkmalpflege, Museen, Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, aber auch Ehrenamtliche, Examenskandidaten und Forschende. Die Tagung dient dem Austausch von Experten und Anwendern/Nutzern, damit die Einen nicht an den Wünschen und Möglichkeiten der Anderen vorbeiplanen. Sie will kein “Experten-Talk” sein, sondern gerade Praktiker und Kollegen ansprechen, die noch nicht so sehr mit dem Thema vertraut sind, aber dessen Potenziale für sich entdecken wollen.

Weitere Informationen zu den Vorträgen und der Anmeldung usw. finden Sie unter folgendem Link:

https://dguf.de/tagungen/aktuelle-tagung

KI in der Archäologie zur Kolonialismus- und Provenienzforschung

Forschungsprojekte, die besonders innovativ sind und damit gleichzeitig auch ein hohes Risiko zu scheitern haben, unterstützt das Land Hessen in der Förderlinie LOEWE-Exploration. Archäologen und Informatiker der Goethe-Universität werden nun in dieser Förderlinie unterstützt, um die Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Kolonialismus- und Provenienzforschung an archäologischen Objekten weiterzuentwickeln.

Mit der wirtschaftlichen Ausbeutung von Kolonien und kolonialartigen Machtstrukturen ging oft eine kulturelle Plünderung einher. Archäologische Funde wurden in Mengen außer Landes gebracht und verkauft. Deren wissenschaftliche Bewertung ist heute eine Herausforderung. Inwiefern Künstliche Intelligenz dabei helfen kann, das wollen der Archäologe Dr. Matthias Recke und der Informatiker Dr. Karsten Tolle in einem gemeinsamen Projekt herausfinden, das in enger Kooperation mit dem Winkelmann-Institut der Humboldt-Universität Berlin unter Prof. Stephan Schmid geplant ist. Als Beispiel dienen die Grabungsfunde des aus Sachsen stammenden Max Ohnefalsch-Richter (1850-1917), der seine Sets aus archäologischen Stücken auf 100 großformatigen historischen Fotografien darbot, um sie bei der Berliner Gewerbeausstellung zu verkaufen. „Wir wollen dem Computer beibringen, die Artefakte zu erkennen“, hofft Recke. Mittels automatisierter Bilderkennung und neuronaler Netzwerke sollen die rund 5000 Objekte analysiert und eingeordnet werden. Langfristig könnten sich neue Möglichkeiten für die Aufarbeitung entsprechender Materialkomplexe in Museen und Sammlungen ergeben und Einblicke in die Verschränkung von Kolonialherrschaft und Antikenhandel.

Weitere Informationen zum Projekt „Künstliche Intelligenz zur Erschließung kolonialer Verwertungspraktiken archäologischer Objektsammlungen“:

Dr. Matthias Recke
Institut für Archäologische Wissenschaften
Goethe-Universität

Dr. Karsten Tolle
Institut für Informatik
Goethe-Universität

Public Archaeology : archaeology for the public or with the public? 

Citizen Science; Amateur Archaeology; Crowd-sourced data; scatter vision; tunnel vision

As part of the “CAA Webcasts” series, an exciting lecture on “Public Archaeology” by Dr. Karl Hjalte Maack Raun from the Museum Horsens in Denmark took place on January 21, 2022. The German sectoin of the international “Computer Applications and Quantitative Methods in Archaeology” has been offering participation in virtual lectures and short tutorials on the CAA-de website for some time, which concisely present special topics in the field of digital archaeology and archaeoinformatics.

The talk was looking at the current practice of archaeology in Denmark and focuses on the trajectory of incorporative and interdisciplinary archaeology in Denmark, for and with the public. Thus also question best-practice for future archaeological institutions and how to progress archaeological knowledge. Related to this, it was discussed how to diversify vision from scattered or tunneled vision, towards something that incorporates a multidimensional and interdisciplinary approach in order to create archaeology, for and with the public. Furthermore, the talk was questioned what the existential purpose and intent of archaeology really is: documentation or mediation.

The speaker Karl Hjalte Maack Raun received his PhD in 2017 from Heidelberg University at the Cluster of Excellence Asia and Europe in a Global Context as a member of the junior research group Digital Humanities and Cultural Heritage with the topic: LiDAR based semi-automatic pattern recognition within an archaeological landscape. As an archaeoinformatician, he is now researching landscape archaeological issues at the Museum Horsens of the Ministry of Culture Denmark, especially in the context of numerous systematic site surveys.

The slides from the talk can be downloaded from the following link: Public Archaeology talk by K.H.M. Raun, January 2022

Vortrag zum “AK Sammlungen” von Dr. Judith Blume

Die Sektionen „Forschungsdatenmanagement – Aufbereitung eigener Forschungsdaten – Archivierung“ und „Kuratierung von Daten, Normdaten, Linked Open Data und Ontologien” laden gemeinsam zum nächsten Vortrag der AG Objekte.Digitalität.Hochschulen am Mo., den 22.11.2021 (17-18:30 Uhr) ein.
 
Der kommende Vortrag von Frau Dr. Judith Blume thematisiert zum einen die Aktivitäten des „AK Sammlungen“ und zum anderen konkrete Problemstellungen bei der Weiterentwicklung bestehender Datenbanksysteme, um heterogene Universitätssammlungen systematisch zu erschließen. Judith Blume ist Koordinatorin der Sammlungen der Goethe-Universität an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg. Der AK Sammlungen engagiert sich seit einigen Jahren erfolgreich bei der Aufbereitung und Vernetzung von Universitätssammlungen. Eine bestehende Online-Plattform präsentiert gebündelt die vielfältigen Objektbestände von über 40 akademischen Sammlungen an der Goethe-Universität Frankfurt. In folgenden Schritten soll das bestehende Datenbanksystem migriert werden, um insbesondere zeitgemäße Aspekte der Daten-Interoperabilität, der Schnittstellenschaffung und der semantischen Suchfunktion u.a. perspektivisch zu ermöglichen, was mit einigen Herausforderungen einhergeht.
 
Interessierte können sich bis spätestens 22.11.2021, 12 Uhr über die Kommentarfunktion “Schreibe eine Antwort” anmelden, wobei Ihre benötigten Kontaktdaten, Name, E-Mail und ggf. Institution im Blog nicht sichtbar uns übersendet werden.

Expertenvortrag zu Linked Open Data & Nomisma.org von Dr. Karsten Tolle

In der letzten Sitzung der AG Objekte.Digitalität.Hochschulen am 18.05.2021 hielt Dr. Karsten Tolle von der Goethe-Universität Frankfurt einen Expertenvortrag zu Linked Open Data im Rahmen des Projekts Nomisma.org, wobei sich im Diskussionsteil eine lebhafte Fragerunde zur konsequenten Anwendung von Semantic Web-Technologien anschloss.

Karsten Tolle ist Informatiker und Direktor des Frankfurt Big Data Lab. Sein Experteninput bei der virtuellen Sitzung der AG fokussierte als Best-Practice-Beispiel die gelungene Anwendung von Linked Open Data mit einhergehender Ontologie für die ausgewählte Materialgruppe der Münzen und weiter verknüpfbarer Materialien. Ganz konkret und wenig abstrakt wurde dabei der Nutzen und Wissensgewinn von Linked Open Data aufgezeigt. Das vorgestellte Verbundprojekt Nomisma.org ist ein internationales Konsortium mit renommierten Beteiligten (u.a. DAI mit der RGK, British Museum, Staatlichen Museen Berlin u.a.): http://nomisma.org/

Der interessante Vortrag ist aufgezeichnet worden und unter folgendem Link bereitgestellt: https://youtu.be/fmWvWLwFPTs

AG Objekte.Digitalität.Hochschulen läd zur Teilnahme ein

Die AG Objekte.Digitalität.Hochschulen ist ein offenes Forum für alle Interessierten – insbesondere auch Studierende und Doktorand*innen – aus den archäologischen Wissenschaften und Nachbardisziplinen. Sie dient dabei dem Austausch zwischen den akademischen Statusgruppen und beteiligten Disziplinen. Wenn Sie sich an der AG Objekte.Digitalität.Hochschulen beteiligen möchten, können Sie gern über das folgende Anmeldeformular mit uns Kontakt aufnehmen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme:  Kontaktformular

Mini-Schulung zu Datenmanagementplänen der Sektion Forschungsdatenmanagement

Von Nina Dworschak

Am Freitag, den 16.04.2021 von 10:00-11:00 Uhr findet die nächste virtuelle Sitzung der Sektion Forschungsdatenmanagement statt. Wir wollen uns diesmal schwerpunktmäßig dem Thema Datenmanagementpläne widmen. Nina Dworschak (Referentin für Forschungsdatenmanagement an der Universitätsbibliothek Frankfurt) wird eine Mini-Schulung zu diesem Thema anbieten und auf diverse Themen wie z.B.  EU/DFG Forschungsförderung, FAIR-Prinzipien in Bezug auf Datenmanagementpläne eingehen. Zudem werden wir uns das Webtool Research Data Management Organizer (RDMO) https://rdmorganiser.github.io/ ansehen und seine Möglichkeiten zur Erstellung strukturierter Datenmanagementpläne diskutieren.

Alle Interessenten, Gäste und auch Mitglieder anderer Sektionen sind herzlich willkommen und können sich per Mail vorab anmelden:

n.dworschak[at]ub.uni-frankfurt.de

AG Objekte.Digitalität.Hochschulen feiert einjähriges Bestehen

Heute auf den Tag genau ein Jahr nach der Gründungsveranstaltung der AG Objekte.Digitalität.Hochschulen am 10.3.2020 an der Goethe-Universität Frankfurt trafen sich die Mitglieder der AG in virtueller Form wie es Pandemie bedingt nun leider die Regel ist. Wir alle sind in den letzten Monaten mit einer ad hoc Digitalisierung konfrontiert worden, die besonders deutlich bestehende Nachholbedarfe in allen Bereichen der Digitalisierung von Forschung und Lehre vor Augen führt. Funktionierende Lehr- und Lernplattformen sowie Forschungsdaten-Infrastrukturen sind nun dringender nötig denn je. Diese Entwicklungen werden auch in Nach-Corona-Zeiten als nachhaltige Ergänzungen zum Analogen weiter bestehen, um bspw. Zugangsbarrieren zu verringern. Fördervorgaben wie die der DFG fordern mittlerweile im Zuge der Beantragung von Fördermitteln die spezifische Erstellung eines Forschungsdaten-Managementplans an der beteiligten Hochschule oder im Verbund eines Konsortiums. Besprochen wurden dahin gehend die weitere Ausrichtung der AG sowie die thematische Interaktion zwischen den einzelnen Sektionen, um diese und weitere Problemstellungen zielgerichtet anzugehen.
Die AG möchte sich weiterhin als offenes Forum für alle Interessierten verstehen, die im Bereich der archäologischen Wissenschaften mit den vielfältigen Aufgaben der Digitalisierungen betraut sind oder hierzu
forschen und lehren. Des Weiteren sind insbesondere nicht zuletzt Studierende und Doktorand*innen der archäologischen Wissenschaften aufgerufen sich in der AG einzubringen, da die AG sich als Plattform zum offenen Austausch auch zwischen den akademischen Statusgruppen versteht.
Wenn Sie sich an der AG Objekte.Digitalität.Hochschulen beteiligen möchten, können Sie über das folgende Anmeldeformular mit uns Kontakt aufnehmen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.  Kontaktformular

2.–6. Arbeitssitzung der Gruppe Mustererkennung

Von Martin Langner: 

Die Gruppe Mustererkennung trifft sich mittlerweile alle sechs bis acht Wochen, um mit eingeladenen Experten über die Möglichkeiten der Anwendung von Mustererkennung in den Bild- und Objektwissenschaften zu diskutieren. Das Interesse ist sehr groß und die Diskussion immer anregend, was nicht zuletzt an den Gastrednern liegt:

Den Auftakt machte am 27.10.2020 Simon Donig, der “Datenzentrierte Informationsextraktion und Wissensmodellierung im Wechselspiel” ins Zentrum seines Vortrags rückte (https://youtu.be/FtnL8VAtI4w ).

Andreas Maier sprach am 11.12.2020 im Rahmen der AG Mustererkennung über die Time Machine Europe, die Erkennung von Handschriften und Schreibern und andere Projekte: https://youtu.be/q2JMtQTZxhA.

Am 29.01.2021 hatten wir die Gelegenheit, mit Karsten Tolle über die Mustererkennung bei antiken Münzen zu diskutieren, was wir ausgiebig genutzt haben (https://youtu.be/QKiPuWLcsBo).

Zwei weitere Termine stehen auch schon fest: Am 24. März wird um 10:15 Uhr Björn Ommer aus Heidelberg (https://hci.iwr.uni-heidelberg.de/people/bommer) über “Digital Humanities jenseits der Digitalisierung“ sprechen. Zusammen mit den Kunsthistoriker Peter Bell arbeitet er schon sehr lange im Bereich der kunsthistorischen Mustererkennung und kann geradezu als einer der Pioniere im Bereich der digitalen Modellierung bildwissenschaftlicher Fragen angesehen werden. 

Bitte reservieren Sie sich auch schon den 23.04.2021 für die 6. Sitzung. Mein Göttinger Kollege Prof. Dr. Alexander Ecker (https://eckerlab.org) wird uns über “Algorithms of Vision: From Brains to Machines and Back” informieren. Eine breiteren Publikum ist er vielleicht durch seine Methode der Style Transformation bekannt, die aus Alltagsfotos Gemälde im Stil bekannter Maler generiert: https://www.researchgate.net/publication/281312423_A_Neural_Algorithm_of_Artistic_Style

Hier entsteht der neue Blog der AG Objekte.Digitalität.Hochschulen in den archäologischen Wissenschaften

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge. Anfragen, Anmerkungen und Anregungen sind hier im Formular Schreibe einen Kommentar willkommen.

Digital Humanities & Diskursanalyse zur Entstehung von archäologisch-historischem Wissen

Von Armin Volkmann:

Forschungsstand
Die Digital Humanities beschäftigen sich u.a. mit der Etablierung von digitalen Forschungsdaten-Infrastrukturen sowie der Eruierung der Chancen und Risiken im Umgang mit digital basiertem Wissen. So ist von besonderem Interesse die Prozesse zu verstehen, wie vermeintliches Wissen bzw. Meinungen entstehen, beeinflusst und letztlich gebildet werden. Weiterlesen →